Planungen von EDEKA und Aldi

Bereits 2009 hat die WVBM e. V. im Planungsausschuss darauf hingewiesen, dass die Ansiedlung eines Einzelhandelszentrums nicht zu einer Verödung der Innenstadt führen darf. Trotz aller Bemühungen mussten die Einzelhändler aber feststellen, dass es durch das heutige Rohmelcenter zu deutlichen Umsatzeinbußen gekommen ist. Eine Tatsache, die auch in anderen vergleichbaren Städten immer wieder zu beobachten ist, wenn ein Einkaufzentrum in Außenbezirken realisiert wird.

Diese Entwicklung ist auch absolut logisch – warum sollte man die Innenstadt aufsuchen, wenn an einem Standort alle Waren erhältlich sind? Die Folge: Umsatzrückgang und Leerstände im Innenstadtbereich.

Doch die Auswirkungen wären weit größer, denkt man die Planung einmal weiter: Die Entwicklung »den freien Kräften der sozialen Marktwirtschaft zu überlassen« läuft klar auf einen Verdrängungswettbewerb hinaus. Das führt zwangsläufig dazu, dass nicht nur der jetzige Aldi-Standort verwaist sein wird, auch wird der im Wettbewerb unterlegene Anbieter den Standort verlassen und einen weiteren – großflächigen – Leerstand hinterlassen. Es darf nicht sein, dass auf dem Rücken Bad Münders der (bundesweit bekannte) Verdrängungskampf von REWE und EDEKA ausgetragen wird.

Auch der Hinweis, dass Bad Münder mit 17.000 Einwohner (so der Entwickler Wilfried Leder) über ausreichend Kaufkraft für alle Anbieter verfügt, entspricht nicht der Realität. Die Ortsteile um Eimbeckhausen, Hachmühlen und Flegessen herum sind traditionell im Kaufverhalten nicht der Kernstadt zuzuordnen und fallen bei der Berechnung heraus.

Alle bisherigen Untersuchungen und Gutachten empfehlen zentrumsnahe Ansiedlung möglicher Märkte, nicht jedoch Ansiedlungen außerhalb der Innenstadt. Bad Münder ist per Definition ein sogenanntes Grundzentrum. Die jeweiligen zugeordneten Verkaufsflächen für die Nahversorgung (Einzelhandel/ Lebensmittel) sind über das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Hameln-Pyrmont geregelt. Eine neue Verkaufsfläche in der geplanten Größenordnung ist danach gar nicht realisierbar.

Im Sinne einer attraktiven und belebten Innenstadt sollte Bad Münder eben NICHT auf die »freien Kräfte der sozialen Marktwirtschaft« setzen, sondern vielmehr dafür Sorge tragen, dass ein Besuch der Innenstadt lohnenswert bleibt.